Was ist Männlichkeit? 3 Tipps für mehr männliche Kraft

Aktualisiert: 17. Juli 2021




Männliche Kraft will jeder. Aber was ist das genau? Und ab wann ist ein Mann ein Mann?

Es gibt keine klare Definition von Männlichkeit. Grundsätzlich gilt, wenn ein Mann etwas auf eine bestimmte Art und Weise tut, ist es per se männlich. Klingt pauschal und vielleicht banal, ist aber so. Weil was soll es sonst sein außer das Verhalten eines Mannes, was er an den Tag legt?


Hier geht es nicht darum eine Rückkehr zu alten Rollenbildern zu finden oder auf der anderen Seite politisch korrekt "woke" zu sein.


Ist Männlichkeit politisch? Nein, aber es wird zu einem politischen Begriff gemacht. Dieser Artikel greift keine gesellschaftliche, politische Diskussion auf, sondern soll der wahren Essenz von Männlichkeit näher kommen.


Gibt es überhaupt eine Essenz, gibt es überhaupt Männlichkeit, oder ist das alles nur Einbildung? Doch es gibt sie, als ein Teil/ eine Ausdrucksform/ eine Wesensart von Menschlichkeit.


Zu verführerisch und leicht ist es einem Idealbild der Männlichkeit anheimzufallen. Ein Idealbild wird aber nie allen Männern gerecht werden. Es geht auch nicht darum, dass jeder Mann sich zu 100 % in einer Definition wiederfindet.

Wozu willst du eigentlich männlicher wirken?

Um Frauen zu beeindrucken?

Um andere Männer zu beweisen, wie toll du bist?

Das ist wohl keine gute Motivation.

Denn es geht nicht darum andere zu beeindrucken, sondern dich selbst authentisch ausdrücken zu können. Und dazu gehört auch als Mann deine Männlichkeit dazu, im Sinne einer menschlichen Reife und menschlicher Größe.


Im eigentlichen Sinne verbinden wir übergeordnet das Erleben von einer Urkraft im Menschen verwurzelt mit dem Begriff männlich bzw. weiblich zu wirken. Empowerment ist hier das Schlagwort. Männer, die Anschluss an ihre Kraftquelle haben, haben ein unbeschwerteres Leben, können sich besser durchsetzen, verwirklichen ihre Wünsche und bringt mehr Erfüllung ins Leben.


Nichtsdestotrotz wollen wir meist einfach männlicher wirken, um bei Frauen als attraktiv wahrgenommen zu werden. Das kann als primitiv abgestempelt werden, lassen wir jedoch so einmal faktisch stehen als grundpsychologisches Muster im Zuge der Paarung. Schamgefühle sind hier völlig fehl am Platz. Jeder will schließlich als attraktiv wahrgenommen werden.


Männlichkeit zeigt sich besonders dann deutlich, wenn es in Kontakt mit der Frauenwelt kommt. Es ist Ausdruck einer Polarität der Geschlechter. Der sogenannte moderne Mann ist oft eher gleichzusetzen mit einer Karikatur von gesellschaftlichen Vorstellungen, wie der Mann sich am gelungensten in vorgeschriebenen Normen einfügen kann. Darunter auch feministische Anschauungen, wie Mann zu sein hat. Genauso wie maskulinistische Anschauungen, ist das Schnee von gestern.

Was die Anziehung angeht: Klar ist, Gegensätze ziehen sich an. Frauen reagieren naturgegeben, psychologisch auf ganz andere Dinge bei Männern, als sonst so üblich propagiert.

Vielleicht kann man sich der Frage nähern, was anziehend bzw. männlich ist, indem man erst einmal das anschaut, was heutzutage als unmännlich angesehen wird.

Ich möchte kein Idealbild erschaffen. Jedoch gibt es aus meiner Sicht Anhaltspunkte, wie du als gesunder Mensch und auch als gesunder Mann dein Leben erschaffen und in Liebe zu deinen Mitmenschen gestalten kannst.

Braucht es noch ein archaisches Bild von Männlichkeit?


Nein. Jedoch sind wir alle auch "primitive" Wesen, wenn Urtriebe in uns geweckt werden. Psychologisch nachgewiesen reagieren wir auf Gefahrensituationen vereinfacht gesehen auf 3 verschiedene Arten: kämpfen, flüchten, Tod stellen. Das sogenannte Reptiliengehirn greift hier ein. Grundsätzlich können archaische Bilder uns Halt und Stabilität im Leben geben. Diese sind aber eher als Symbol zu verstehen, nicht als Vorbild.

Es braucht eine Abkehr von einem rein progressiven und konservativen Denken und Handeln, hin zu einer Ausgeglichenheit im Tun, und einer gesteigerten, evolutionär ausgerichteten Bewusstheit über das Fühlen und Denken.




Der bewusste Mann kann in mit unter in die drei folgende Eigenschaften zugewiesen werden:

  1. Wild (Blogartikel: Der wilde Mann)

  2. Weise (Blogartikel: die Drei Säulen der Weisheit)

  3. Wahrhaftig (Blogartikel: Von der Lüge zur Wahrheit)


Der wilde Mann strahlt unbändige Kraft, Stärke und Vitalität aus, ist physisch und emotional weitgehend unabhängig und beinhaltet das mystische Element in sich, da er mit der Natur, mit seinen Wurzeln, verbunden ist.


Der weise Mann kennt sich selbst, weiß, was er will und handelt achtsam und dienend dem Großen ganzen gegenüber.


Der wahrhaftige Mann strahlt Integrität aus, spielt keine Maskeraden, und kommuniziert mit seinen Mitmenschen ehrlich.





Ist Männlichkeit nur ein soziales Konstrukt?


Nein. Aber du bist als Mensch (nicht als Mann) mit absoluter Sicherheit sozial konditioniert worden, so wie alle Menschen. Dies wird auch öfters als "die Matrix" bezeichnet. Die Matrix umfasst alle Menschen in ihrem Denken und Handeln, und begrenzt sich nicht auf ein bestimmtes Geschlecht, sodass man sagen könnte, männliches bzw. weibliches Verhalten wäre nur konditioniert.


Sicherlich kannst du als sozial konditionierter Mensch deine Eigenheit als Individuum nicht vollends entfalten. Auch Paradigmen (Glaubenssysteme) in der Gesellschaft führen dazu, dass Männlichkeit falsch verstanden wird. Nämlich dann, wenn Männlichkeit als Rollenbild aufgefasst wird. Das Paradigma des Versorgers oder des harten Kerls mögen in der Vergangenheit gut funktioniert haben, sind jedoch überholt.



Bewusste Männlichkeit heißt auch überholte Paradigmen loszulassen und sich evolutionär an den verändernden äußeren Umständen sich anzupassen.



Männer mussten früher hart sein und ihre Befindlichkeiten und Gefühle zurückstecken, weil es ums überleben ging. Heute braucht es das nicht mehr. Unsere heutige Generation hat den Luxus ohne Kriege und Mangel ein Leben zu gestalten.



Jedoch unterliegen wir anderen, neuen Konditionierungen. Nicht zuletzt ist eine moderne Konditionierung unter Männern in unserem Kulturkreis "weicher" zu werden. Weich bedeutet, Konflikten aus dem Weg zu gehen, der Ja-Sager, der kein starkes mentales Gerüst mit sich trägt, welches ihn Widerstandsfähig macht. So manche beanstanden mangelndes Rückgrat.



Das braucht es aber, um Herausforderungen jeglicher Art gewachsen zu sein. Und Männer wachsen nun mal am stärksten an Herausforderungen.

Daher an der Stelle gleich ein wichtiger Tipp, um in deine männliche Kraft zu kommen:




Tipp 1: Hol dir deine Eier zurück


Wenn ich dich frage: “Wer hat zurzeit deine Eier?” dann sind damit nicht deine physischen Hoden gemeint, sondern natürlich sinnbildlich gesehen. Hast du sie als kleiner Junge an Mama abgegeben, um mit deinem braven Verhalten die Liebe von ihr zu spüren? Oder hast du sie später an deine Freundin abgegeben, um von ihr geliebt zu werden?


Kannst du überhaupt deine Eier physisch spüren?



Deine Eier sind deine Kraftquellen. Wenn sie nicht ausschließlich dir gehören, also so weit es geht emotional abhängig bist, hast du noch einen Weg vor dir. Wenn du deine Eier noch nicht physisch wahrnehmen kannst, kein Problem. Jedoch hast du dann noch einen Weg vor dir.


Nicht so schlimm meinst du vielleicht?

Die Konsequenzen sind mitunter verheerend. Du wirst zum Spielball der Gesellschaft, deiner Peer Group, und in deiner Beziehung – unterm Strich also fremdbestimmt.

Ganz ehrlich: Wer gibt dir das Recht, deine Macht an Frauen abzugeben?

Deine Eier entsprechen deinem heiligen Tempel, deine Quelle von Urkraft und Schöpfertum. Wenn du das Gefühl hast, du hast keinen Anschluss an diese männliche Kraft oder das Gefühl zu haben "da geht noch was", dann hol dir deine fucking Eier zurück Mann!



Der Prozess des Empowerments (Selbstermächtigung) ist ein wichtiger Schritt, um nicht nur dich als wirklichen Mann zu fühlen, sondern um auch emotional gesunde Beziehungen zu führen. Du erntest erst dann den Respekt und Aufrichtigkeit von deinen Mitmenschen, die du verdienst. Wichtig: Ein Mann braucht Respekt, sonst kann er nicht funktionieren!



Bringe den Mut auf, für dich und deine Bedürfnisse einzustehen. Mache dich emotional unabhängiger von Frauen. Geh unter anderen Männern, denn das lässt deine Energie auftanken.



Auch eine Initiation kann manchmal der richtige Schritt sein, wenn es in deinem Leben bisher keine gab. Früher gab es in den Völkern Initiationsriten, die in der heutigen Kultur verloren gegangen sind. Nicht das solche Riten wiederbelebt werden sollten, sondern die Wirkkraft dahinter. Eine kraftvolle Initiation ist essenziell für die Transformation vom Jungen zum Mann.

Hier eine kurze Verdeutlichung, was der Unterschied eines erwachsenen Jungen und einem Mann ist:

Ein Jung verweigert anderen ihr Königreich, damit er sich stark fühlen kann. Ein Mann fühlt sich stark, während er andere Königreiche respektiert.

Ein Junge ist hastig. Ein Mann ist langlebig.


Ein Junge lebt durch Vernarrtheit. Ein Mann lebt durch Stabilität.


Ein Junge will seinen Mentor(Chef) etwas beweisen. Ein Mann dankt seinen Mentor und ist der Beweis.


Ein Junge will unbedingt seinen eigenen Weg gehen. Ein Mann ist der Weg.


Ein Junge erwartet, dass der Preis gezahlt wird. Ein Mann zahlt den Preis.


Ein Junge macht Probleme. Ein Mann sucht Probleme.


Ein Junge braucht Lösungen. Ein Mann arbeitet und findet Lösungen.

Bist du noch ein erwachsener Junge oder ein Mann?


Tipp 2: Stehe für deine Werte ein

Wenn du für nichts einstehst, fällst du beim kleinsten Winde um. Was sind deine Werte?


Sie geben dir Halt und Orientierung im Leben. Ein Kompass, der dich durch die stürmische See navigieren lässt. Werte vermitteln Menschlichkeit und sind auch ein wichtiger Aspekt, um für dich die richtigen Menschen und richtige Partnerin in dein Leben zu ziehen.



Gibt es denn Eigenschaften/Werte, die Männlichkeit ausmachen?


Ja und nein.


Unter diesen Eigenschaften fallen große Entscheidungskraft, Entschlossenheit und Durchsetzungskraft.


Natürlich gilt das auch für Frauen. Menschliche Größe zeigt sich in deinen gelebten Werten.



Verantwortung übernehmen ist schon fast ein geflügeltes Wort geworden. Doch wirklich Verantwortung zu tragen ist nicht leicht und erfordert Mut.



Eine Ethik, ein Leitfaden deines Handelns, zu entwickeln ist wichtig. Es lohnt sich für deine Werte zu kämpfen, für deine Bedürfnisse und bei sozialer Ungerechtigkeit.



Erkenne, wann deine Werte verletzt werden, welche Bedürfnisse dir gerade wichtig sind und gehe mit geschärftem Blick durch die Welt, und schaue nicht nur auf dich selbst. Jemand, der nicht nur für sich selbst einsteht, sondern auch für seine Mitmenschen, für etwas Größeres. Ein Krieger des Lichts zu sein. Wofür stehst du ein, Mann?



Bist du eine Palme, die sich der momentanen Windströmung beugt, oder eine festverwurzelte Eiche, der Fels in der Brandung, der eine klare Meinung vertritt und dafür einsteht?




Tipp 3 Deinen Logos und Eros entwickeln

Es gibt in der Welt grundsätzlich diese zwei Wirkkräfte:


Logos ist die Ratio, der Verstand, der Erfindergeist und die Logik.


Eros ist die Sinnlichkeit, der Genuss, die Liebe, die Ästhetik, die Muse und die Erotik.



Grundsätzlich können wir unter zwei verschiedenen Typen von Menschen unterscheiden:


Manche Männer sind zu hart zu sich selber, bringen mit ihrem Verstand Meisterleistungen zustande, sind aber auch verkopft und haben Schwierigkeiten im sozialen Miteinander.


Andere Männer sind in ihren Gefühlszuständen verhangen, sind Träumer, spirituell angehauchte und bekommen keine PS auf die Straße.


Männer sind richtig gut darin sich Druck zu machen. Leistungsdruck ist viel stärker unter Männern verbreitet als unter Frauen.

Der Eros ist hier der Gegenpol. Wir dürfen uns mehr Raum für Freiräume geben, für Sinnlichkeit, Kreativität, Lust, Ästhetik usw. Eros ist die hohe Kunst loszulassen.



Wir wollen so gern Dinge kontrollieren, Probleme lösen und Systeme erstellen. Das ist aber reiner Logos, wo sich viele Männer eher wohlfühlen. Auch wenn es oftmals schwierig ist, sich durchbeißen zu müssen, oder komplexe Systeme zu erschaffen, gibt es uns eine Form der Befriedigung.

Doch die Zeit der Härte ist vorbei, Männer.

Wenn du dich auch darin wiedererkennst im Logos verhaftet zu sein, gehe den nächsten Schritt.

Es geht langfristig darum, die männliche und weibliche Seite in dir zu vereinen. Auch falls du nicht an männliche und weibliche Anteile glaubst, sehe es einfach als menschliche Entwicklung. Du bist ein lebendiger Prozess. Ein lebendiger Prozess hin zu einem ganzen Menschen, der über die Schatten seiner Brüder und Schwestern hinauswächst und den Grabenkrieg zwischen den Geschlechtern beendet.



Die Balance zwischen diesen beiden Kräften entwickeln - das ist bewusste Männlichkeit. Die Transformation hin zu einem ganzkörper Phallus, der gleichzeitig mit Stärke und Entschlossenheit Grenzen sprengt, und mit Liebe und Gelassenheit im Sein fest verwurzelt ist – die Dreifaltigkeit von Hirn, Herz und Hoden entfalten und damit die Welt ein Stück weit zu einem schöneren Ort zu machen.



Mein Appell zu Schluss: Finde deinen eigenen goldenen Mittelweg. Bewusste Männlichkeit ist heilige Männlichkeit.


Lass uns zusammen bewusste Männlichkeit in die Welt tragen!

Wenn du mehr über bewusste Männlichkeit, und wie du sie im Alltag leben kannst, erfahren willst, dann schreib mir einfach und melde dich zu einem kostenfreien Coachinggepräch an. Gehe dazu auf folgenden Link:

Mit mir arbeiten | Gerrit Brauner (gerrit-brauner.de)

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